Güsse (Kneipp-Therapie)

Güsse können mit jeder (erträglichen) Wassertemperatur durchgeführt werden, ideal sind hier Temperaturen von 10 bis 12 °C. Kalte Güsse wirken abhärtend, stabilisieren den Kreislauf und sind auf Dauer psychisch ausgleichend.
Anwendungsgebiete für kalte Güsse sind niedriger Blutdruck, Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, aber auch innere Unruhe. Kalte und wechselwarme Güsse sind bei arteriellen Durchblutungsstörungen nicht empfehlenswert. Auch bei Blasen- und Nierenbeckenentzündungen sowie bei akuten fieberhaften Infekten sind kalte Güsse nicht zu empfehlen.

Gussbehandlungen werden nach der Art der Durchführung unterschieden.

  • Flachgüsse: vorwiegend thermische Wirkung
  • Druckstrahlgüsse: mechanisch wirksam

Wirkung: Trainingsfaktor für Herzkreislauf, Schmerzlinderung bei Entzündungen

Druckstrahlgüsse:

Der Druckstrahlguss erfolgt durch mittleren oder starken Druck (bis zu 3bar) mit einem Wasserstrahl der direkt auf den Körper oder die jeweils zu behandelnden Teilregionen gerichtet ist.

Technik Flachgüsse:
2-3m langer Gummischlauch (18-20mm Durchmesser) ohne Mundstück. Bei in Brusthöhe waagrecht gehaltenem Schlauch soll sich der Strahl in einer Entfernung von 3-8m zu Boden senken.
Die Begießung beginnt immer an den Gliederspitzen und schreitet nicht zu rasch stammwärts fort.

Rückenflachguss:
Schlussabkühlung nach der Sauna oder größeren Bädern.Wird mit einem Eimer von der Wade beginnend bis zur Schulter durchgeführt.